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 Die Tradition des Hermsdorfer Maibaumsetzen

 

Wenns Pfingsten häßt, wards widder Zät, dann is es ieberall su wät, dar Meebaam ward jesatzt zum Faste un Burschen holn de Mädl zum Tanze unterm scheenen Meebaamkranze.

 

So oder so ähnlich, könnte man die wunderschöne Tradition im Thüringer Holzland auf „Hulzlänner“- Mundart beschreiben.


Jedes Jahr 14 Tage nach Pfingsten wird als krönender Abschluss im Holzland, in Hermsdorf ein Maibaum gesetzt. Dazu wird ein dreitägiges Festwochenende veranstaltet, wo für Jung und Alt ein ausgewogenes Programm dargeboten wird.


Das Maibaumsetzen, wie es heute durchgeführt wird, hat drei Ursprünge:


Zum Ersten war der Maibaum - dazumal „Maie“ genannt, eine Birke. Diese war das Symbol für Frühling, neu erwachende Natur und Fruchtbarkeit. Die Wurzeln dafür reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück.


Zweitens stellten ledige Burschen den ledigen Mädchen geschnittene Birken vor das Haus. Dafür erhielten sie bunte Bänder und man traf sich bei dem abendlichen Tanz.


Zum Dritten bewiesen Gesellen und Meister ihre Handwerkskunst, in dem z.B. der Gipfel (oberer Teil des Maibaumes) an den Stamm „angeschuht“ wurde. Dies ist eine nach Zimmermannsart traditionelle Weise zum Verbinden zweier Holzelemente. Die Burschen zeigten den Mädchen, dass sie allein mit Muskelkraft einen stattlichen Baum (heute eine Fichte) von der Waagerechten in die Senkrechte bringen konnten.


Bevor es zum Setzen des Maibaumes kommt, werden zwei stattliche Fichten aus dem schönen Holzlandwald gefällt und mit Muskelkraft aus dem „Hulz“ getragen. Eine der Fichten bildet den Stamm, den unteren Teil des Maibaumes. Die andere Fichte bildet den „Gibbel“, also den Gipfel oder die Krone. Beide werden dann so aufeinander abgestimmt zugeschnitten, dass sie mit handgeschmiedeten Schellen zusammengefügt, einen großen, schlanken Baum von ca. 40 m ergeben.
Dar Hulzlänner sett dazu, dar Boom is onjeschuht.


Nun wird der „Gibbel“ mit den am Vortag gesammelten Bändern geschmückt. Der nun fertige Maibaum wird an ein vorher ausgehobenes Erdloch gesetzt. Die Burschen rücken nun mit handgebunden „Scheren“, dass sind Rundhölzer, die durch eine besondere Weise mit Stricken gebunden werden, an den Stamm. Durch das Zusammenschieben der am Stamm angesetzten „Scheren“, wird der Baum in die Höhe gedrückt. Dabei werden „Scheren“ unterschiedlicher Größen, je nach Setzhöhe, verwendet. Der sogenannte Richtmeister dirigiert dabei die Burschen, um die ideale Schieberichtung einzuhalten und der Maibaum am Ende gerade steht. Am Loch wird der Stamm durch Füllhölzer gefestigt, die wiederum durch Handarbeit eingeschlagen werden.


Wenn der Richtmeister der Meinung ist: “Der Maibaum steht!“ und die letzten Hölzer eingeschlagen sind, dürfen die Burschen vom Baum abtreten und man marschiert mit dem Maibaumsetzerlied auf den Lippen, gemeinsam zum allseits beliebten „Hopfenblütentee“ um das schöne Fest ausklingen zu lassen.

 

Diese Tradition wurde bis zum Jahr 2015 beibehalten. Auf Grund verschiedener, widriger Umstände musste jedoch mit dieser Tradition gebrochen werden.

 

Seit dem Jahr 2016 wird nun der Maibaum am Wochenende vor dem Männertag gesetzt.